Lindenau in der Oberlausitz

Eine Gemeinde im Amt Ortrand

August 2017
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Quelle: Lausitzer Rundschau von  11.11.2011
Ortrand Für die Standesbeamtin Rosemarie Hänel ist der 11.11.2011 ein besonderer Tag. Zum letzten Mal wird die Lindenauerin im historischen Ratssaal zu Ortrand ein verliebtes Paar trauen. Im Januar geht die 60-Jährige in die Ruhephase der Altersteilzeit.
Standesbeamtin Rosemarie Hänel im festlich geschmückten Ortrander Ratssaal. Foto: Steffen Rasche/str1 Foto: Steffen Rasche/str1
Nach 160 geschlossenen Ehen und 15 Jahren als Standesbeamtin überlässt Rosemarie Hänel das Feld der noch nicht feststehenden Nachfolgerin. Ihre junge Kollegin Susan Sähring, die sich für diese Aufgabe qualifiziert hat, wird heute Nachmittag ihre erste Trauung vornehmen. Wie zu hören ist, heiraten Motorsportfreunde. Wenn da nicht etwas Besonderes vorbereitet wird?
Bei Rosemarie Hänel haben sich die Pannen und außergewöhnlichen Situationen sehr in Grenzen gehalten. Denn sie ist eine akribische Vorbereiterin. Nichts möchte sie dem Zufall überlassen. Die feierliche Zeremonie muss perfekt herüberkommen. Von Routine keine Spur. „Ich habe immer Lampenfieber. Ein wenig Aufregung gehört immer dazu. Aber die Standesbeamtin sollte nie aufgeregter sein als die Braut“, schmunzelt die Lindenauerin.
Sie ist sich sicher, dass auch heute alles perfekt über die Bühne gehen wird. Während ihrer Zeit hatte nur ein Ortrander Brautpaar die Ringe vergessen. Da der Weg nach Hause nicht weit war, begann die Feier nur wenig später.

Wie lange muss eine Standesbeamtin auf das Brautpaar warten? Diese Frage hatte sich Rosemarie Hänel einst bei zwei Dresdnern gestellt. Eine geschlagene Stunde trat sie in der Traustätte Fachwerkhaus Kroppen von einem Fuß auf den anderen. Nichts zu sehen. „Ein paar Minuten hätte ich noch gewartet“, sagt die Frau. Auf der Suche nach dem Ort sind Braut und Bräutigam von einem Einheimischen zum Schloss Lindenau geschickt worden. Doch dort finden aber seit Ende der 90er-Jahre keine Eheschließungen mehr statt. „Dafür aber bald im Wasserschloss Großkmehlen, wenn es saniert ist“, freut sich Rosemarie Hänel für ihre Nachfolgerin. „Das wird ein schöner Ort zum Heiraten“, weiß sie schon heute.

 

Eine herrliche Trauung hatte die Standesbeamtin 2009 auf der Kroppener Parkbühne geleitet. „Die Musik hat das halbe Dorf angelockt. Viele Einwohner kamen spontan zum Gratulieren. Das war alles sehr herzlich“, schwärmt Rosemarie Hänel.

Es gibt aber auch andere Heiratswillige. Zum Beispiel jene Frau und jenen Mann, die von der Arbeit geradewegs ohne Anhang vor die Standesbeamtin traten, sich das Ja-Wort gaben und wieder davoneilten.

Rosemarie Hänel, die selbst schon mit 20 Jahren geheiratet hatte, freut es, dass die Brautpaare wieder jünger werden. Heute sind sie oft Mitte 20 und nicht mehr so häufig Anfang 30. Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern hat sie keine geschlossen. „Es gab auch keine Anfrage“, weiß sie. Auch Viel-Heirater hatte sie nicht. Den einen oder die andere hat sie höchstens zweimal gesehen. „Ich bin überzeugt, dass die meisten Ehen, die ich geschlossen habe, immer noch halten. Bei manchen, die sich haben scheiden lassen, hatte ich gedacht, das hält. Bei anderen war ich nicht so überzeugt, aber diese Ehen haben bis heute Bestand“, staunt die Standesbeamtin.

Jährlich geben sich im Amt Ortrand durchschnittlich 20 Paare das Ja-Wort. In diesem Jahr sind es bisher 16. Die meisten halten sich sowohl an traditionelle Hochzeitmusik, als auch an die üblichen Hochzeitsgefährte. Verrückte Sachen seien selten, wie das Brautpaar, das in einer Baggerschaufel zum Hochzeitsmahl gefahren wurde.

Rosemarie Hänel scheidet mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus der Ortrander Amtsverwaltung. „Es fällt schwer zu gehen“, sagt sie. In Lindenau leitet sie den Heimatverein und möchte sich ihm stärker widmen. Auch die Chronik muss weitergeschrieben werden. Und dann sind dann noch die Tochter (Heilerziehungspflegerin) in Kmehlen und der Sohn (Diplom-Ingenieur) in Lindenau mit ihrer Familie. Fünf Enkel freuen sich auf die Oma. „Sie sind mein zweiter Job“, schwärmt sie von ihren Lieblingen.

Rosemarie Hänels Berufsweg war alles andere als geradlinig. Sie hatte Verkäuferin gelernt, in Ruhland, dann beim Konsum in Ortrand als Leiterin gearbeitet. Von 1969 bis 1991 war sie im Gummiwerk tätig und wurde dann Bürgermeisterin in ihrem Heimatort. Mit der Amtsbildung schulte sie für die Verwaltung um und leitete die vergangenen Jahre das Einwohnermeldeamt.
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Zum ThemaAn besonders markanten Daten wird auch in der Stadt Senftenberg gern geheiratet. Für den heutigen 11.11. haben sich vier Paare angesagt. Eine Anmeldung kann frühestens sechs Monate vor dem geplanten Termin erfolgen. Reservierungen nimmt das Standesamt aber schon eher entgegen. So sind für das nächste Jahr 2012 schon der 2.6.2012 und auch der 7.7. bereits als begehrte Termine zu nennen. Eine Anfrage zum 12.12.2012 gibt es dagegen noch nicht.In Lauchhammer finden heute fünf Trauungen statt. Vier Paare wollen sich im Rathaus da Ja-Wort geben, eines hat die Villa K für die feierliche Eheschließung gewählt. Das Datum 11.11. hat bisher im Heiratskalender von Lauchhammer keine besondere Bedeutung. Dies sagt auch der Blick in die Schwarzheider Statistik.In Großräschen treten am heutigen 11.11. drei Paare vor Standesbeamtin Gabriele Prillwitz, um sich das Ja-Wort zu geben.In Ruhland hat sich ein Paar den Trauungstermin am 11.11. um Punkt 11.11 Uhr gesichert.Standesbeamtin Ulrike Kurio in Schipkau bleibt heute arbeitslos. Bei ihr hat sich ein Paar am 1.11.2011 getraut. Die nächste Hochzeit gibt es erst im Dezember.
Von Manfred Feller

Quelle: Lausitzer Rundschau Lokalteil von  14.10.2011

Lindenau Sportlichste Brandenburger Gemeinde 2011 ist Lindenau im Amt Ortrand. Beim Kreissportfest Oberspreewald-Lausitz am kommenden Sonnabend werden Vertreter des Sportministeriums und des Landessportbundes Brandenburg offiziell den Titel und das Preisgeld in Höhe von 2500 Euro überreichen.

„Lindenau imponiert mit einer Sportbeteiligung, die selbst den Bundesdurchschnitt übertrifft. Die Sportvereine im Ort sorgen für das Miteinander der Generationen, werden von der Kommune gefördert und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Lebensqualität“, erklärte Sportministerin Martina Münch (SPD). Die Auszeichnung des 11. Landeswettbewerbs zur sportlichsten Gemeinde geht damit zum zweiten Mal an eine Gemeinde im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Im Jahr 2007 hatte Frauendorf im Süden des Landkreises diese Ehrung erhalten.
red/br

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