Lindenau in der Oberlausitz

Eine Gemeinde im Amt Ortrand

März 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31

Lindenau säuft im Pulsnitz-Hochwasser ab

Kroppen und Ortrand überstehen Scheitelwelle gut / Mangelhafte Deiche und Elster-Rückstau bringen Dorf in Not

  1. LINDENAU Die Pulsnitz-Scheitelwelle hat Ort rand passiert – die Deiche halten. Doch in Kroppen und Burkersdorf steht das Wasser nun deutlich über dem Gelände im Flussbett. Die Gefahr ist nicht gebannt. Lindenau ist überschwemmt. Das Wasser ist genau an jenen Stellen in den Ort geströmt wie beim letzten Hochwasser. Und das macht die Leute verdammt sauer.
Lindenau säuft im Pulsnitz-Hochwasser abWasser aus vielen Sickerstellen, die von Bibern verursacht worden sind, versuchen die Kameraden der Feuerwehr mit Sandsack-Barrieren zu stoppen.Foto: Mirko Sattler/sam1

Den Lindenauer Park mit Sport- und Tennisplatz haben die Fluten schnell erobert. An der Kegelbahn fehlen noch ein paar Zentimeter über die Schwelle. Das erst vor Pfingsten wieder in Besitz genommene, frisch sanierte Vereinsgebäude der Fußballer steht im Wasser. Aus der Pulsnitz strömt es am gestrigen Dienstag zudem über den Radweg im Park weiter über die Landstraße und die Felder in Richtung Frauwalde. Die Kleingartenanlage ist zuvor schon völlig abgesoffen – wieder.

 

Dankbar über die sinkenden Pegel in Kroppen und Ortrand zeigt sich Amtsdirektor Kersten Sickert einerseits. Geschockt und traurig blickt er dagegen auf das Ausmaß der Hochwasserschäden in Lindenau. Hier sind, trotz massiven Druckes aus dem Dorf und der Verwaltung heraus, aus dem Hochwasser des Jahres 2010 seitens des Landes keine Lehren gezogen worden. Der geforderte Deichbau ist in den Hochwasserschutz-Planungen nicht enthalten. Auch der Widerspruch der geplagten Anrainer-Kommunen dagegen ist abgewiesen worden. Vor dem niederschmetternden Ergebnis stehen die Lindenauer nun erneut – und sie sind stinksauer. Der Biber werde stärker geschützt als Hab' und Gut' der Menschen. Feuerwehrleute versuchen, mehrere Sickerstellen, die die Tiere verursacht haben, mit Sandsack-Barrieren zu stopfen. "Bei dem hohen Wasserstand im Fluss besteht die Gefahr einer Ausspülung und eines Dammbruches auf jedem Quadratmeter Deich, in den sich die Tiere gewühlt haben", sagt Sickert.

Zudem haben die Einsatzkräfte wieder angeschwemmte ganze Bäume, die sich an den Wehren und Brücken verkeilen, mühsam aus dem reißenden Wasserlauf ziehen müssen. Das lässt auf mangelnde Gewässerpflege schließen. Bei Lindenau ist im Fluss selbst nur ein mäßiger Abfluss zu verzeichnen – auch wegen des Rückstaus aus der Schwarzen Elster. Für Bad Liebenwerda und Herzberg ist die Katastrophenabwehr-Warnstufe (4) ausgerufen worden. Damit zahlt der Kreis für die Hochwassereinsätze. Das Amt Ortrand dagegen steht wiederum allein in der finanziellen Pflicht. Denn in Oberspreewald-Lausitz ist lediglich der Wasserstandsmeldedienst (1) gefordert. In den Neuwieser See werden vom anströmenden Elsterwasser aus Sachsen fünf Kubikmeter pro Sekunde abgeleitet. Das Speicherbecken Niemtsch ist noch aufnahmefähig. Der Pegel Biehlen weist eine gleich bleibende Tendenz auf. Für Bärhaus und Lauchhammer ist am Abend der Wachdienst (Warnstufe 3) ausgerufen worden. Denn der Rückstau aus dem Elbe-Elster-Raum lässt das Elsterbett hier weiter dramatisch anschwellen – und drückt auch in die Pulsnitz. Aus Sachsen kommt weiter viel Wasser an. So in die Zange genommen, ist der nur äußerst mangelhaft geschützten Ort Lindenau akut bedroht. Denn die Pulsnitz tritt an vielen Stellen über das Ufer. Und das Amt muss handeln, obwohl eine Hochwaser-Gefahrenabwehr hier Kraft Gesetzes nicht angeordnet ist. Auf den Kosten, die auch im Jahr 2010 angefallen waren, bleiben die Ortrander sitzen. Und die Schäden sind erneut erheblich.

Die Pulsnitz läuft bis zum Abend weiter unaufhaltsam aus – und strömt auch auf Frauwalde zu. Das zeigt die Kontrollrunde von Sven Wiel k, dem Einsatzleiter der Feuerwehr. Inzwischen sind die Abwasseranlagen des Wasserverbandes Lausitz (WAL) in Frauwalde, Lindenau und Kroppen gefährdet. Zahlreiche überflutete Vakuumschächte mussten auf Privatgrundstücken bereits außer Betrieb genommen werden, um das gesamte Entwässerungsnetz in den Ortslagen am Laufen zu halten. Ein Schwerpunkt ist das Hauptpumpwerk Frauwalde, über das die Abwasserüberleitung aus Ortrand zur Kläranlage Großthiemig erfolgt. Daran hängt die gesamte Stadt Ortrand. "Unser Abwassernetz muss mit Sandsäcken gegen den Eintritt von Oberflächenwasser gesichert werden", bestätigt Ulf Riska, Sprecher der Wasserverband Lausitz Betriebsführungsgesellschaft (WAL-Betrieb).

Erster Streit um Schloss Lindenau ist entschieden

Gericht spricht hart umkämpfte Bürgschaft der Gemeinde zu / Berufung möglich

Quelle: Lausitzer Rundschau von 29.10.2012

Cottbus/Ortrand. Das Landgericht Cottbus hat den Streit um die 250 000-Euro-Bürgschaft für Schloss Lindenau entschieden.

Das bestätigt Kersten Sickert, der Amtsdirektor des Amtes Ortrand. Der Gemeinde Lindenau ist das Geld zugesprochen worden, weil Investor Wolfgang Hamma die im Jahr 1997 zugesagten Investitionen auf dem Schlossareal nicht umgesetzt hat. Die Kommune hatte sich die Bürgschaft von der Bank auszahlen lassen. Der Investor klagte auf Herausgabe. Im Juni hatte das Gericht einen Vergleich vorgeschlagen, nach dem der Schloss-Erwerber "nunmehr zeitnah" die im Kaufvertrag vereinbarten Investitionen tätigen sollte. Anliegen der Gemeinde bleibe, so hatte der Amtsdirektor im Sommer in dem Verfahren deutlich gemacht, dass auf dem Schlossareal eine Seniorenresidenz errichtet werde. Zudem müsse der Park, wie besiegelt, mit einem im Grundbuch gesicherten Wegerecht für jedermann zugänglich bleiben. Und mehrere Arbeitsplätze seien zu schaffen.

Weiterlesen: Erster Streit um Schloss Lindenau ist entschieden

Copyright © 2016. All Rights Reserved.